Nix mit romantischem Smørrebrød-Sommer

von Mikkel

Anfänglich  dachte ich  eine chronologische Auflistung der Tour zu schreiben, entschied mich aber schnell dagegen, da es die *den Leser*in eher langweilen könnte und auch dem Erlebten nicht gerecht werden würde.

Insgesamt bin ich 7 Tage gefahren und habe die Tour nur ca. 150km vor Hamburg abgebrochen. Das mag viele verwundern, da diese Distanz für einen Langstreckenfahrer doch eher kurz erscheint. Meine Erfahrungen und Erlebnisse aber, die ich in dieser Zeit sammeln durfte, wiegen das Ergebnis am Ende voll und ganz auf. Ein nicht zu unterschätzender Aspekt dieses Unternehmens ist nämlich Glück  zu haben und das in jeglicher  Hinsicht. Zum einen beherrscht dich die Natur und nicht umgekehrt zum anderen ist es auch nicht immer einfach  seine Emotionen zu  kontrollieren, wenn z.B. zwei Tage lang bei relativ starkem Seitenwind jede Vorbeifahrt eines Lkw’s  wie ein Schlag ins Gesicht  wahrgenommen wird.  Auch der 1,5 m Abstand ist selbst im liberalen Dänemark den wenigsten bekannt. Andererseits fühlt man auch  Momente  höchstens  Glücks  nach Tagen die Sonne wieder zu sehen,  in Skagen an der Nordspitze zu stehen oder einfach nur am Ende des Tages sich über die geschaffte Distanz  zu freuen.  Auch wenn vom Rücken über den Hintern bis in die Beine irgendwann einmal  alles schmerzt, man mit klammen Füssen und Händen sich abends bei Temperaturen um den Gefrierpunkt in den Shelter  legt, wacht man doch morgens auf und sagt sich „Ja, es geht weiter“. Meteorologisch gesehen sind wir im Frühling gefahren,  hatten aber so jedes  Wetter, das ein Winter zu bieten  hat und inzwischen bin ich mir sicher, obwohl  es in der Inuit  Sprache  diverse  Namen für Schnee gibt, dass der Schnee, den wir dort erleben durften, in der direkten Übersetzung auch „verfickter Drecksschnee“ heißt. Besonders zu erwähnen waren auch die Momente die wir zufällig oder verabredet zusammen  verbrachten, denn auch wenn jeder die Tour für sich allein fährt, ist doch immer Hilfe da, wenn man sie benötigt.

Diese Tour hatte nichts mit  dem romantischen smørrebrød Sommer in Dänemark zu tun, wie wir ihn alle kennen. Nein, sie war brutal und tat weh, aber ich würde es immer wieder tun.

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