Eine Herbst-Transcimbrica

Text und Fotos: Jimbo Jones

seit anbeginn von der idee begeistert wars mir im märz immer zu kalt und im sommer war ich mit der familie im urlaub (in dk – wir sind sogar einem der teilnehmer auf der strecke begegnet). außerdem wusste ich gar nicht ob ich so eine strecke überhaupt schaffen kann.

also für mitte september die chance auf ein paar tage urlaub gewittert und schnell noch das rad fertig gemacht; aero-lenker, rahmentasche, tubeless (was für ein kampf), usb-lader. wegen eines projekts dann aber doch nur zwei statt vier tagen urlaub möglich. na gut; hin und zurück schaffste eh nicht. also skagen als ziel angepeilt und los.

donnertag gegen 10 zum timeless aufgebrochen (im glauben die strecke geht nach westen raus, der neue track ging dann aber über sülldorf; also wieder zuhause vorbeigefahren…na gut). der wind blies stramm aus westen und ich dachte ich müsste bald an der nordsee sein da der track immer wieder gen westen steuerte. 15:00 fähre oldenbüttel – die zwei übriggebliebenen pizzastücke vom Vorabend gefuttert und den ersten transcimbrica-aufkleber gesichtet.

nun liefs besser. ca 19 uhr bei schuby zuhause angerufen und den kindern ne gute nacht gewünscht – „bin kurz vor der grenze“, es zog sich dann doch noch etwas hin. an der grenze wars dann schon dunkel. also nach dem ersten shelter gesucht. der track melde einen unterstand bei km 186 an, die shelter-app meinte es gäbe dort auch nen shelter (so hab ich das dänische jedenfalls interpretiert). leider hatte hatten thees und stefan recht. kein shelter. also weiter. etwas abseits vom track nach kliplev – drei große recht neue shelter im wald. herrlich – lagerfeuer, nudeln kochen, bier und anschließend im schlafsack geschwitzt.

zweiter tag: frühstück mit kaffee und porridge. der wind legt weiter zu und der track macht wieder einen schlenker nach westen. mist. es geht nicht voran. erst hinter der autobahn die esbjerg und kolding verbindet führt die strecke nach nordosten. dennoch schaffe ich es nur bis zum shelter A bei km 334. hier gibt’s wasser zum waschen, neugierige pferde und als es dunkel wird kommt ein rasenmäherartiger mini-geländewagen vorgefahren, ein vater mit seinem sohn. er fragt ob ich hier übernachten will, wo ich herkomme – hamburg – ach dann bist du deutscher – ja – aha. ok, wir gucken mal ob shelter B auf der andern straßenseite frei ist…. nachts wars dann auch etwas kalt. wieder mittelgut geschlafen.

dritter tag: alles feucht. doppelte portion porridge zum frühstück. eigentlich müsste ich 200km schaffen um sonntag mittag in skagen zu sein. am ende des tages sind es nur 170. der wind aus westen nervt, es macht nicht richtig spass, dennoch bin ich erstaunt dass es meistens relativ gut läuft und ich viel länger als gedacht ohne pause im sattel bleiben kann. pausen mache ich bei zwei kirchen, da gibt’s meistens vernünftige toiletten, steckdosen und windschutz. als es dunkel wird und ich mich nicht unbedingt auf eine regnerische nacht im shelter freue, sehe ich im letzen augenblick bei einer kirche/friedhof ein nebengebäude mit kapelle und klo. beheizt. frisch geputzt. wieder kurz mit der familie telefoniert und gute nacht gewünscht – sie haben sich wohl etwas gewundert dass ich da bleiben wollte. nudeln gekocht, gewaschen, klamotten zum trocknen aufgehängt. schlafen zwischen frieren und schwitzen – die regelung der heizung war nicht so toll.

vierter tag: juhu, alle klamotten trocken! raus in den regen! noch 120km. der wind wird zum sturm. jeder kleine schlenker nach westen wird zur qual, aber auch wenns direkt nach norden geht muss ich den lenker krampfhaft festhalten und mit gegen den wind lehnen. langsam wird’s etwas gefährlich. ich denk mir ich muss es schaffen denn ich werde es bestimmt nicht nochmal angehen. naja, mit etwas abstand betrachtet könnte ich jetzt schon wieder los. ich bin dankbar für jede baumgruppe, jedes haus etc. – hauptsache etwas windschatten. häufig geht’s aber auch durch riesige freie felder. ca 70km vor skagen noch durchn matschigen wald mit mords-steigung. schieben. dann wieder mit dem 70km/h wind kämpfen. die letzen 20km kommt der wind schräg von hinten, es ist aber dennoch recht heikel zu fahren. 14:44 ortsschild skagen. in der stadt nen supermarkt gesucht, im stand fast vom wind umgepustet, kein bock mehr, schnell in die letzte mögliche bahn.

nächste jahr komm ich wieder, schau mir entspannt skagen an und dann geht’s an der westküste zurück.

nachbetrachtung:

  • durch das krasse wetter leider zu wenig blick für die landschaft gehabt.
  • erstaunt war ich dass das fahren selbst (beine, kreislauf) trotz null training (fahre eigentlich nur täglich 15-20km zur arbeit) recht problemlos ging.
  • 200km / bzw den ganzen tag fahren ist gar nicht so schlimm.
  • herrlich war das geistige abschalten – nur hin und wieder darüber nachdenken wann man einkaufen muss und wo man schlafen kann (genial dass supermärkte und shelter im track verzeichnet sind!)
  • auf kocher und kaffee werde ich niemals verzichten.
  • ich brauche ne bessere bib. ilon protect und sudocrem haben aber gute dienste geleistet (dank an Wbs_70 für die tipps)
  • tubeless ist genial. kein defekt unterwegs, erst auf der bahnfahrt verloren beide reifen druck.
  • vielen dank +Paule+ für Idee und track!

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